Kinderrechte in den Erziehungshilfen! Rechte haben, Recht kriegen

Mitgestaltung und Mitdurchführung des Landesmodellprojekts Mecklenburg-Vorpommern Beteiligungs- und Beschwerdemanagement in den Erziehungshilfen.

Projektträger ist das IfW der FH Neubrandenburg und gemeinsam Projektdurchführende sind die IGfH und das IfW

 

Ziele des Projekts

Ziel ist es unter anderem, das Bewusstsein für das Beteiligungsthema bei Fachkräften und Leitungskräften zu stärken, Partizipationsansätze in Einrichtungen zu fördern, neu zu entwickeln und strukturell zu verankern. Für junge Menschen in Heimerziehung sollen einrichtungsbezogen und einrichtungsübergreifend Beteiligungsoptionen eröffnet werden. Modellhaft sollen Beteiligungs- und Mitbestimmungsmöglichkeiten in Zusammenarbeit mit vier freien Trägern der freien Jugendhilfe an vier Einrichtungsstandorten in Mecklenburg-Vorpommern (Universitäts- und Hansestadt Greifswald, Hansestadt Rostock, Neubrandenburg, Parchim/Plau) erfasst, weiterentwickelt und erprobt werden. Dies erfolgt sowohl mit Fachkräften der öffentlichen und freien Kinder- und Jugendhilfe als auch mit den Kindern und Jugendlichen der Einrichtungen.

Die genaueren Ziele des Projektes des Instituts für Weiterbildung der Fachhochschule Neubrandenburg und der IGfH sind:

  • Bereits vorhandene Möglichkeiten und Erfahrungen zur Partizipation sind auf ihre Alltagstauglichkeit hin zu überprüfen und ggf. weiter zu entwickeln.
  • Gleichzeitig sollen regionale Formen des fachlichen Austausches zwischen den am Modellprojekt Beteiligten sowie weiteren Einrichtungen entwickelt und nachhaltig gesichert werden (Vernetzung, regionale Fachgruppen, Beiräte der Kinder- und Jugendlichen).
  • Es sollen geeignete Beteiligungs- und Mitbestimmungsmöglichkeiten in den stationären Erziehungshilfen in M-V entwickelt und modellhaft erprobt werden.
  • Beteiligung und Mitbestimmung von Kindern und Jugendlichen beginnt im Hilfeplanverfahren. Sozialpädagogische Fachkräfte der Jugendämter sollen frühzeitig und intensiv in allen Entwicklungsphasen an den Modellstandorten beteiligt werden (verbindliche Kooperationsstrukturen).
  • Der Aufbau und die Weiterentwicklung entsprechender Haltungen auf Seiten der professionellen Mitarbeiter_innen sollen durch die Entwicklung eines Curriculums für Multiplikatoren/ Fachkräfte für kindgerechte Beteiligung unterstützt werden.

 

Aktivitäten

Im Rahmen von Workshops mit Mitarbeiter_innen der aktiven Einrichtungen, Kindern bzw. Jugendlichen und Mitarbeiter_innen der beteiligten Jugendämter werden vorhandene Kooperationsstrukturen und Arbeitsmethoden zur Diskussion gestellt und reflektiert. Die aktiven Einrichtungen erarbeiten eigene PPQ-Qualitätsmanagement-Konzeptionen:

  • PPQ 1 Rechte von Kindern und rechtliche Aspekte
  • PPQ 2 Elternarbeit im Kontext stationärer HzE, rechtliche Aspekte
  • PPQ 3 Methoden der Beteiligung von Kindern und Jugendlichen
  • PPQ 4 Beteiligung als Einrichtungskultur in der SWOT-Analyse
  • PPQ 5 Beteiligung im Hilfeplanverfahren

Folgende Aktivitäten wurden aus dem Projekt angestoßen:

In themenspezifischen Workshops, die nach den jeweiligen Bedarfen der Einrichtungen ausgerichtet sind, werden die Mitarbeiter_innen nicht nur einrichtungsintern, sondern auch trägerintern ihre eigenen Arbeitsweisen überprüfen und in die Trägerkultur implementieren.

In Gruppendiskussionen und Workshops erarbeitete Varianten der Beteiligung und der Beschwerdemöglichkeiten von Kindern und Jugendlichen werden exemplarisch in Einrichtungen erprobt (bspw. werden Hausordnungen und Mitwirkungspflichten neu erarbeitet). Zudem werden studentische Arbeiten zum Thema praktisch in die Arbeit in den Einrichtungen eingebunden. So gestalten Studierende des Fachbereichs Soziale Arbeit, Bildung und Erziehung Workshops für Jugendliche zum Thema Beteiligung im Alltag der HzE und entwickeln im gemeinsamen Austausch mit Kindern und Jugendlichen neue Regelungen für bspw. Handynutzung etc.

Nach der Votierung des Projektes und die Zusicherung der Zusammenarbeit durch die vier Jugendämter werden die zuweisenden Jugendamtsmitarbeiter_innen zu ihren Erfahrungen mit den Kindern, Jugendlichen, deren Eltern und den freien Trägern im Arbeitsalltag und zum Thema Beteiligung und Beschwerdemöglichkeiten im Alltagserleben befragt. Zudem sind Jugendamtsmitarbeiter_innen bei der Erarbeitung der PPQs im Rahmen von gemeinsamen Workshops mit den aktiven Einrichtungen beteiligt.

Eine standortübergreifende Netzwerkveranstaltung bietet allen Akteur_innen aus dem Bereich stationärer HzE die Möglichkeit zum kollegialen Austausch und zur Diskussion von Best-Practice-Modellen. Über den fachlichen Austausch hinaus bietet die Veranstaltung Raum für die Reflexion der eigenen Haltung und der Leitkultur der Einrichtungen und Träger.

 

Erfahrungen

Der Großteil der Aktivitäten, wie Workshops und Gruppentreffen, wird zumeist in den Einrichtungen vor Ort also dezentral organisiert, um den Aufwand für die aktiv beteiligten Einrichtungen, die zeitliche und personelle Ressourcen in das Projekt investieren, so gering wie möglich zu halten.

An den vier Standorten (Clusterregionen) werden Gruppen gebildet, in deren Mittelpunkt Einrichtungen der freien Träger stehen, die sich für die aktive Teilnahme entschieden haben und in denen mit Mitarbeiter_innen, Kindern und Jugendlichen Beteiligungsinstrumente und -verfahren entwickelt, implementiert und evaluiert werden.

In diese Prozesse sind regionale Netzwerkpartner wie weitere Einrichtungen der HzE und Jugendämter intensiv einbezogen, so profitieren auch die anderen Einrichtungen durch die Aktivitäten der Arbeitskreise in den jeweiligen Clusterregionen.

 

Schlussfolgerungen

Um die Projektidee umsetzen zu können, hat sich bewährt, dass Clusterregionen gegründet werden. Diese Netzwerke gaben sich jeweilige Aufgabenstellungen, Arbeitsweisen bzw. -verfahren und -strukturen, wie sie künftig intern und extern arbeiten wollen. Um Vergleichbarkeiten und damit nötige Forschungsgrundlagen zu schaffen, mussten dabei auch gleichförmige Verfahren und Arbeitsziele hergestellt werden (z.B. in allen vier Clusterregionen wird zum Thema Beschwerdemanagement gearbeitet). Es ist aber auch möglich, dass sich Regionen jeweilige spezielle Arbeitsziele setzen, die in der Folge dann exemplarisch bearbeitet und am Ende vorgestellt werden. Folgende Themenbereiche wurden im Projekt als Schlüsselprozesse sichtbar:

  • Beteiligung als Einrichtungskultur
  • Den privaten Raum achten und gleichzeitig den Schutzauftrag sichern
  • Beteiligung von Eltern in den Hilfen zur Erziehung
  • Konkrete Beteiligungsformen für Kinder und Jugendliche in den Hilfen zur Erziehung
  • Beteiligung von Kindern und Jugendlichen in der Hilfeplanung und Hilfegestaltung.
Projektlaufzeit: 
25.10.2016

Partnerschaften

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