Sozialpädagogische Familiendiagnosen unter besonderer Berücksichtigung von Kindeswohlgefährdung (Zertifikatskurs)

Dreiteilige berufsbegleitende Weiterbildungsreihe
Veranstaltungstyp: 
Weiterbildungsreihe
Veranstaltungsnr.: 
WB-2-2015

Die Weiterbildung vermittelt die Grundlagen der Sozialpädagogischen Familiendiagnose; dabei stehen Familien mit tatsächlicher oder vermuteter Kindeswohlgefährdung im Vordergrund. Das Diagnosemodell wurde im Rahmen eines Forschungsprojektes unter der Leitung von Prof. Dr. Uwe Uhlendorff entwickelt und erprobt. Die mittlerweile gesammelten praktischen Erfahrungen sowie ein Evaluationsprojekt haben gezeigt, dass sich die Sozialpädagogischen Familiendiagnosen auch bei Familien mit Verdacht auf Kindeswohlgefährdung zur Ermittlung des Hilfebedarfs der gesamten Familie eignen. Eingriffe in die Familien zum Schutz der Kinder sind zwar notwendig, aber oft nicht ausreichend, um eine Kooperation mit den Erwachsenen zu begründen. Dazu werden ihre Sichtweisen und Lösungsideen benötigt, die Gegenstand der Familiendiagnose sind.

Grundlage der Diagnosen sind Interviews mit den Familienmitgliedern, die im Team ausgewertet und aus denen sozialpädagogisch-therapeutische Aufgabenstellungen und Handlungsvorschläge abgeleitet werden. Neben dem Diagnosemodell geht es in der Weiterbildungsreihe auch um allgemeine Handlungsrichtlinien in der Arbeit mit Familien mit Kindeswohlgefährdung im Zusammenhang mit § 8a SGB VIII.

1. Modul:

  • Theoretische Grundlagen der Sozialpädagogischen Familiendiagnose: Auswertungskategorien, Erfahrungsdimensionen und Deutungsmuster, Konfliktthemen, Hilfethematiken und familiäre Aufgabentypen
  • Vorstellung der Arbeitsschritte der Sozialpädagogischen Familiendiagnose an Hand von Fallbeispielen aus Familien mit Kindeswohlgefährdung
  • Einüben der Interviewtechnik.

2. Modul:

  • Auswertung der von den Seminarteilnehmer_innen durchgeführten Interviews
  • Entwicklung sozialpädagogisch-therapeutischer Aufgabenstellungen und Konsequenzen für die praktische Arbeit und Hilfeplanung.

3. Modul:

  • Reflexion der Rückmeldung der Diagnoseergebnisse an die Familien
  • allgemeine Handlungsrichtlinien in der Arbeit mit Familien mit Kindeswohlgefährdung.

Die erforderlichen Materialien werden im Kurs zur Verfügung gestellt. Nach Erfüllung der Zertifizierungsvoraussetzungen können die Teilnehmer_innen ein Zertifikat als „Fachkraft für Sozialpädagogische Familiendiagnosen“ erhalten.

Zur Vertiefung können folgende Publikationen herangezogen werden:

  • Cinkl, S./Uhlendorff, U.: Sozialpädagogische Familiendiagnosen bei Kindeswohlgefährdung. In: Körner/Deegener (Hrsg.): Erfassung von Kindeswohlgefährdung in Theorie und Praxis. Lengerich 2011, S. 278 - 293.
  • Cinkl, S./Krause, H.-U.: Praxishandbuch Sozialpädagogische Familiendiagnosen. Verfahren – Evaluation – Anwendung im Kinderschutz. Opladen, Farmington Hills 2011.

Anmeldeschluss: 09.03.2015

Zielgruppe: 

Mitarbeiter_innen aus der Jugendhilfe und andere Berufsgruppen, die mit Familien arbeiten (in denen eine Kindeswohlgefährdung vorliegt oder vermutet wird)

Teilnehmer: 

18

Beginn: 
Montag, 20. April 2015
Termine: 

Modul 1: 20.-22.04.2015
Modul 2: 09.-12.06.2015
Modul 3: 07.-09.09.2015

Stunden: 

76 Seminarstunden

Veranstaltungsort: 

Reinhausen bei Göttingen

Kosten: 
NichtmitgliederMitgliedseinrichtungenEinzelmitglieder
935 €
865 €
830 €
Kosten inkl. Übernachtung: 
NichtmitgliederMitgliedseinrichtungenEinzelmitglieder
1.285 €
1.215 €
1.180 €
Anmerkungen: 

Die Seminargebühr kann auf Wunsch in Raten in Rechnung gestellt werden. Der Bildungsscheck/Prämiengutschein wird akzeptiert. www.bildungspraemie.info

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