ForE 3/08 Der ASD als Handlungsfeld

Aus dem Inhalt

Christian von Wolffersdorff:
Vom Lob der Disziplin zur Verachtung für "Kuschelpädagogen" 

 Heinz Müller:
"...und gäbe es den ASD nicht, so müsste man ihn erfinden!" Aufgaben, Rahmenbedingungen und Entwicklungsperspektiven eines zentralen Fachdienstes des Jugendamtes

Jens Pothmann, Agathe Wilk:
Hinter die Kulissen geschaut - Personalstrukturen und Arbeitsweisen des Allgemeinen sozialen Dienstes

Friedhelm Peters:
"Es gab schon mal andere Zeiten..." Unsystematische Einblicke in das schwieriger werdende Verhältnis zwischen ASD und Freien Trägern

Andreas Prinz:
Kinderschutz und ASD - Versuch einer Bestandsaufnahme

Janine Linsser:
Familiengruppenkonferenzen international: Ein Instrument für mehr Partizipation und Gemeinwesenorientierung bei der Planung von Hilfen?

Manuela Kraft:
"Und dann muss man sehen, wie man fertig wird" - konzeptionelle Empfehlung für die Arbeit im Pflegekinderwesen

Richard M.L.Müller-Schlotmann:
Verwandten pflegen - gut beraten? Vorbereiten, nachschulen, begleiten

Hans-Ulrich Weth:
Rechtsberatung wird liberalisiert

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Schwerpunktthema: Handlungsfeld ASD

Der Allgemeine Soziale Dienst (ASD) ist von seiner Aufgabenstellung der umfassendste soziale Dienst auf der Gemeindeebene in Deutschland. Der ASD und seine MitarbeiterInnen sind der Garant der sozialen Grundversorgung für die GemeindebewohnerInnen. Entwickelt aus der Familienfürsorge könnte das Aufgabenspektrum heute kaum größer sein - die MitarbeiterInnen bieten formlose Betreuung, persönliche Hilfe, Schwangeren-, Erziehungs-,Partner-, Scheidungs- und Schuldnerberatung, Krisenintervention, Gesundheits- und Krankenhilfe, Altenhilfe, materielle Leistungen und Integrationshilfen für spezielle Gruppen an und es kommt ihnen eine Schlüsselrolle bei der Gewährung und Hilfeplanung im Rahmen der Hilfen zur Erziehung zu.

So weit so gut, aber in der Öffentlichkeit und - manchmal hat man den Eindruck - auch in der Fachdebatte ist von einer wertschätzenden Wahrnehmung dieser "Generalisten" leider nicht viel zu spüren, Aufmerksamkeit erfahren der ASD und die MitarbeiterInnen häufig (medial-skandalisierend) nur im Kontext von Kindeswohlgefährdungen, ja,manchmal scheint es, der ASD wird geradezu auf diese Arbeit reduziert.

Als wir uns vor solchen Hintergründen in der Redaktion entschlossen, ein eigenes Themenheft zur Situation des ASD zu machen, um trotz aller Heterogenität in den Organisations- und Aufgabenzuschnitten, den Rahmenbedingungen und Fachkonzepten in den einzelnen Kommunen und kreisfreien Städten die aktuellen fachlichen Profilierungen des ASD herauszuarbeiten, dachten wir, dass sich KollgInnen aus dem ASD und freierTräger freuen werden, über ihre Situation zu berichten. Weit gefehlt, kaum jemand war bereit, über die aktuelle Situation zu reden, Ängste vor amtsinternen Verordnungen, enttäuschte Erfahrungen aus einer Vielzahl von (Um-)Organisationsprozessen im ASD unter immer neuen Labels machten die AnsprechparternInnen stumm (vgl. auch Peters in diesem Heft).

Mit Hilfe erfahrender ASD-BeraterInnen, Jugendamtsleitungen und WissenschaftlerInnen unternehmen wir im vorliegenden Heft dennoch den Versuch, das Handlungsfeld ASD öffentlich zu bestimmen. Heinz Müller,langjähriger Berater in zahlreichen ASDs beschreibt im Einleitungsbeitrag die Aufgaben und Entwicklungsperpektiven des ASD sowie die Nöte und Anliegen der MitarbeiterInnen zwischen lebensweltorientierter Entwicklungsoffenheit und konzeptionell-organisatorischer Beliebigkeit. Jens Pothmann und Agnes Wilk von der Dortmunder Arbeitsstelle für Kinder-und Jugendhilfestatistik skizzieren auf der Basis von empirischen Befunden die Situation der Beschäftigten der Allgemeinen Sozialen Dienste. Sie thematisieren die Rolle der Wahrnehmungs-, Bewertungs- und Entscheidungspraxis von ASD-MitarbeiterInnen und machen deutlich, dass die Weiterentwicklung von Instrumenten für die Teamarbeit ungeachtet der bei jeder einzelnen Fachkraft vorhandenen Kompetenzen und Qualifikationen oder standardisierter Verfahrensabläufe im Rahmen von Qualitätsentwicklungsprozessen unabdingbar bleibt. Im dritten Beitrag versucht Friedhelm Peters die eingangs angesprochenen fehlenden Originalstimmen aus dem Basisdienst des ASDs einzufangen durch einen Bericht über Gespräche, interne Papiere zum Verhältnis zwischen ASD und freien Trägern. Er sieht unterschiedliche Anhaltspunkte für ein schwieriger werdendes Verhältnis zwischen ASD und freien Trägern, das sich direkt auf die HilfeadressatInnen auswirkt. Schließlich zeichnet AndreasPrinz - aus der Sicht eines Jugendamtsleiters - auf, welche Entwicklungen und Faktoren die Arbeit des ASD im Bereich des Kinderschutzes besonders beeinflussen sowie welche Auswirkungen dies auf die Fachkräfte hat.

Insgesamt zeigen die Beiträge des Heftes, dass eine neue inhaltliche Debatte über das Aufgabenprofil des ASD - trotz aller Heterogenität - erforderlich ist, um daran anschließend Modelle einer unterstützenden Organisationsstruktur entwickeln zu können. Bundesweit scheint es dafür auch ein Bedürfnis zu geben, wie ein aktueller Aufruf zur Bildung einer Bundesarbeitsgemeinschaft ASD zeigt.

Josef Koch

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