ForE 2-2014 Migration

Aus dem Inhalt

Siegfried Hutsch
Was geschieht im Fonds DDR-Heimerziehung?

Chantal Munsch
Wer sind eigentlich „Menschen mit Migrationshintergrund“?
Über die Notwendigkeit eines reflexiven Migrationsbegriffs

Astrid Högerl, Halide Özdemir
Arbeiten in interkulturellen Teams
Diversity als Chance und Herausforderung

Richard M.L. Müller-Schlotmann
Pflegefamilien mit Migrationsgeschichte – eine Ressource in der Jugendhilfe

Kathrin Binder, Ulrich Bürger
Minderjährige mit Migrationshintergrund in erzieherischen Hilfen –
Empirische Befunde und Perspektiven

Claudia Daigler, Alexander Vecellio
Migration als Gestaltungsaufgabe von Jugendhilfeplanung

Carmen Montserrat
Forschungsergebnisse zur Verwandtenpflege in Spanien

Für die Redaktion: Josef Koch
Grauzonen und die geschlossene Unterbringung
– Legitimationen und Rahmungen

Mathias Schwabe
Grauzonen – abschaffbare oder elementare Räume in der Sozialpädagogik?

Norbert Struck
Sozialpädagogik ist eben doch kein Dschungelkampf! –
kurze Anfragen an den Beitrag von M. Schwabe

Norbert Struck
„…mangels einer planwidrigen Regelungslücke“
– zum Beschluss des BGH vom 7.8.2013
 

Schwerpunktthema Migration
Das Thema der Migration, also der (internationalen) räumlichen Veränderung des Lebensmittelpunktes, „ploppt“ aktuell im politischen Raum auf dem Hintergrund von Wirtschafts- und Integrationspolitiken neu und kontrovers auf: sei es bezogen auf die Einwanderung von Sinti und Roma, seien es unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, sei es die Abstimmung in der Schweiz zur Einschränkung des Zuzugs bzw. des Freizügigkeitsabkommens.

In den Sozialwissenschaften und auch für die Soziale Arbeit ist bereits viel Kluges zu Migration beschrieben, theoretisiert und differenziert worden. Franz Hamburger zum Beispiel plädiert dabei mittlerweile für den „Abschied von einer interkulturellen Pädagogik“. In der  Praxis der Hilfen zur Erziehung wurden und werden sensibilisierende Konzepte entwickelt und migrationssensible Ansätze im Kinderschutz erarbeitet. Gleichzeitig tut man sich  oft schwer und changiert zwischen Nivellierung der Migrationserfahrung und Zuschreibungen. Damit verbunden ist ein weitgehend fehlendes Wissen darüber, welche Bedeutung Migration in der Lebenswelt und der Biografie, im Lebensverlauf von zugewanderten Menschen überhaupt spielt und wie sie mit (ggf. fehlenden oder brüchigen) Erfahrungen von Zugehörigkeiten verknüpft ist. Gerade Kinder und Jugendliche, die Hilfen zur Erziehung wahrnehmen, stehen häufig vor besonderen Bewältigungsanforderungen in Bezug auf Zugehörigkeit und Beheimatung. Deshalb ist es von besonderem Interesse, in welcher Weise sich in Migrationsgeschichten Exklusionserfahrungen wiederfinden und welche Bedeutung Mädchen und Jungen der Migrationsgeschichte selbst beimessen. Wo hat sie Bedeutung und wo gehen Fachkräfte automatisch davon aus, sie habe Bedeutung?

Vor dem Hintergrund dieser Fragen wird in dieser Heftaussage versucht, den Blick v.a. auf die Einrichtungen und die Fachkräfte zu richten.

Chantal Munsch eröffnet die Beiträge mit einer Analyse der Bilder, die mit Migration und kultureller Differenz verbunden werden. Sie verdeutlicht die Schwierigkeiten, die mit unterschiedlichen Perspektiven auf Migration einhergehen und verweist auf die Notwendigkeit einer selbstkritischen Auseinandersetzung mit den eigenen Vorstellungen über Migration.

Daran knüpfen Halide Özdemir und Astrid Högerl an, sie konkretisieren Konfliktlinien in der Zusammenarbeit in interkulturellen Teams –  z.B. die automatische Zuständigkeit von Kolleg/innen mit Migrationshintergrund für „Migrantenfamilien“, die Vereinnahmung von Klient/innen gleicher Herkunft oder die Ethnisierung von Konflikten – und formulieren Ansatzpunkte, die sie aus ihrer Praxis heraus für wesentlich in der interkulturellen Arbeit erachten.

Richard Müller-Schlotmann geht auf die derzeit virulente Debatte ein, Vielfalt auch  im Angebot der Pflegefamilien abzubilden. Er rückt die Gestaltung von Pflegeverhältnissen zwischen Pflegefamilien und Pflegekindern mit und ohne Migrationsgeschichte als eine bisher wenig beachtete Ressource in der Kinder- und Jugendhilfe in den Mittelpunkt seines Beitrags.

Wie Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund  im Rahmen von Berichterstattung abgebildet werden können und was wir über solch eine Empirie erfahren, wird am Beispiel der aktuellen HzE-Berichterstattung in Baden-Württemberg durch Kathrin Binder und Ulrich Bürger aufgezeigt und weiterführende Fragen daraus abgeleitet.

Claudia Daigler und Alexander Vecellio stellen fest, dass die Querschnittsaufgabe Migration wenig in der Praxis von Jugendhilfeplanung etabliert ist. Sie beschreiben Ansatzpunkte, die es unterstützen, dass Bedürfnisse und Bedarfe von Menschen mit und ohne „Migrationshintergrund“ gleichermaßen Raum erhalten.

Claudia Daigler, Chantal Munsch, Jenna Vietig

Materialien für Mitglieder: 

* Mit einem Stern markierte Inhalte sind nur für angemeldete Mitglieder zugänglich:

Partnerschaften

Weiter zum BMFSFJ Weiter zur Beltz-Juventa-Seite Weiter zur Walhalla-Seite     Weiter zur Bloombox GmbH
Powered by Drupal