ForE 2-2018 Kindertagesbetreuung und Hilfen zur Erziehung

Aus dem Inhalt

Heinz Schoibl: Zur Zukunft der Sozialen Arbeit in Österreich

Barbara Lochner: Ort der frühkindlichen Bildung, inklusiver Lebensraum, Zentrum für Kindeswohl – Zur Rolle der Kindertageseinrichtung im Spiegel gesellschaftlicher Erwartungen

Stefan Lenz: Kindertagesstätte und Hilfen zur Erziehung – Warum ein Modellprojekt und was wir (bisher) gelernt haben

Julia Hecker, Jeannette Mardicke: Thüringer Eltern-Kind-Zentren (ThEKiZ) im ländlichen Raum

Andreas Wiere: Das sächsische Programm KINDER STÄRKEN – Maßnahmen für Kinder mit Lern- und Lebenserschwernissen in Kindertageseinrichtungen

Diana Düring, Valentin Kannicht, Friedhelm Peters: Wie denken Mitarbeiter_innen über `Wirkungen` eines Projekts, an dem sie beteiligt sind? Einblicke ins Innenleben der Kooperation von Kita und HzE

Josef Koch: CYC-Online Sonderausgabe bietet neun Berichte von beeindruckenden Jugend(hilfe)-Initiativen aus verschiedenen Orten der Welt

Werner Brayer, Marcus Hußmann: 20 Jahre „erfolgreich sozial-räumlich handeln“– Entwicklungen und Herausforderungen der Kinder- und Familien(hilfe)zentren in Hamburg. Ein Briefwechsel

Henriette Grapentin: 15 Jahre Ombudschaft in der Kinder- und Jugendhilfe – Status quo eines Diskurses

Norbert Struck: Die neue EU-Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO)

 

Ein Großteil der hierzulande aufwachsenden Kinder besucht Kindertagesstätten, die zur festen sozialen Infrastruktur einer Kommune gehören und gesellschaftlich als `normales` Regelangebot anerkannt sind. Die Betreuungsquote im Jahr 2017 für Kinder zwischen drei und fünf Jahren, die in einer Kindertageseinrichtung oder in öffentlich geförderter Kindertagespflege betreut wurden, lag im Bundesdurchschnitt bei 93,4 Prozent. Die Angebote zur Bildung, Betreuung und Erziehung bilden mittlerweile das größte Leistungsfeld der Kinder- und Jugendhilfe. Mit der gestiegenen Bedeutung des Feldes werden nicht nur Aspekte der Qualitätsentwicklung innerhalb des Feldes diskutiert, sondern rückt zunehmend auch die Frage der Schnittstellengestaltung zu anderen Elementen der Kinder- und Jugendhilfe in den Vordergrund, u.a. zu den Hilfen zur Erziehung (HzE).

Dabei ist die Ausgangslage durchaus unterschiedlich: Aus Sicht von Kita verspricht eine Kooperation mit HzE u.a. Entlastung und Unterstützung bei stärker eltern- bzw. familienbezogenen sowie einzelfallbezogenen Aufgabenbereichen, insbesondere dann, wenn als schwierig wahrgenommene Situationen mit Kindern/Eltern auftreten. Aus Sicht der erzieherischen Hilfen wird die Erwartung formuliert, über Kooperationen Synergieeffekte zu erzielen und Unterstützungs- und Hilfebedarfe frühzeitig zu erkennen. Dies würde dazu beitragen, Hilfen nachhaltig auszugestalten und für die betroffenen Kinder, Jugendlichen und ihre Familien positive Entwicklungsperspektiven zu sichern. In den Diskussionen zur Weiterentwicklung und Steuerung der HzE wird bspw. argumentiert, dass durch eine bessere Abstimmung mit den Angeboten des Regelsystems der Anstieg von `Fällen` wie Kosten vermieden werden kann. Mit fachlichem Blick auf die Nutzer_innen/Adressat_innen verspricht eine stärkere Kooperation beider Bereiche, biografische Brüche und Beziehungsabbrüche sowie `negative Karrieren` zu vermeiden. Dabei scheint auch eine stärker sozialräumliche Ausrichtung von Kindertagesstätten erfolgsversprechend zu sein, d.h., es geht um die Entwicklung von niedrigschwelligen und bedarfsgerechten Beratungs- und Unterstützungsangeboten für Familien vor Ort.

Im vorliegenden Heft werden unterschiedliche Kooperationsformen von Kita und HzE und der Stärkung von Regelangeboten i.S. einer Entwicklung zu einer auf wandelnde Bedürfnisse reagierenden (responsiven) Jugendhilfeinfrastruktur vorgestellt und diskutiert. Der Blick richtet sich dabei stark darauf, wie Kindertageseinrichtungen sich umgestalten (können) und dazu u.a. die Annäherung an bzw. Kooperation mit erzieherischen Hilfen nutzen.

Die Einführung in den Themenschwerpunkt übernimmt Barbara Lochner. Sie bündelt die zentralen fachpolitischen Diskurse zur Ausrichtung und Funktion von Kindertageseinrichtungen der letzten 15 Jahre. Demnach sollen Kitas Bildungsorte darstellen, Inklusion ermöglichen und den Kinderschutzauftrag gewährleisten.

Der Beitrag von Stefan Lenz schildert praktische Erfahrungen aus einem Modellprojekt zwischen Kita und HzE, in dem es u.a. darum ging, lokal in Richtung einer nicht-ausgrenzenden Jugendhilfe umzusteuern.

Andreas Wiere beschreibt die Ausgestaltung des sächsischen Landesprogramm „Kinder stärken“, das zum Ziel hat, durch zusätzliche Ressourcen und Kooperationen in Kindertageseinrichtungen die Bildungs- und Entwicklungschancen von Kindern, die mit Risiken und Folgen von sozialen Benachteiligungen und Armut aufwachsen, auszugleichen.

Julia Hecker und Jeannette Mardicke skizzieren konzeptionelle Zielsetzungen von Thüringer Eltern-Kind-Zentren und verdeutlichen, wie sich derart aufgestellte Kindertageseinrichtungen im ländlichen Raum zu `Netzwerkknotenpunkten` für Familien entwickeln können und so – über eine unspezifische Förderung ‒ einen präventiven Beitrag zur Vermeidung von HzE-Fällen leisten.

Abschließend widmen sich Diana Düring, Valentin Kannicht und Friedhelm Peters der Perspektive der Mitarbeiter_innen aus den Bereichen HzE und Kita, ihrer Sicht auf den Prozess, wenn sich Kita und HzE aufeinander zubewegen und seinen Wirkungen und Nebenwirkungen, da ohne ein verändertes Selbstverständnis der Fachkräfte Innovationen nicht möglich sind.

Diana Düring, Valentin Kannicht, Friedhelm Peters

 

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