2018: Inklusive Weiterentwicklung der Pflegekinderhilfe

Rechtsgutachten zur Vorbereitung einer Reform der Kinder- und Jugendhilfe

Pflegefamilien haben in unserer Gesellschaft einen fast ebenso festen Platz wie die „traditionelle Familie“. Schon immer stellte die Unterbringung von Kindern in einer anderen Familie ein akzeptiertes Lösungsmodell dar, wenn ein Aufwachsen in ihrer Herkunftsfamilie nicht möglich war.

Das Recht der Kinder- und Jugendhilfe hat sich dieses Modell zu Eigen gemacht, um die Unterbringung in einer Pflegefamilie als Sozialleistung vorhalten zu können. In den letzten Jahren bzw. Jahrzehnten hat die Pflegekinderhilfe rasante Veränderungen erfahren, die sich in einer Vielzahl von unterschiedlichen, teils sehr ausdifferenzierten Modellen ausdrückt. Damit soll insbesondere für Kinder mit besonderen Bedürfnissen Zugang zu einem Aufwachsen in Familie geschaffen werden. Familien wie Pflegefamilien sind per se inklusive Gemeinschaften. Im besten Fall bahnen sie ihren Angehörigen einen ebenso inklusiven Weg am Leben in der Gesellschaft. Das Interesse an der Familie als Ort des sicheren und entwicklungsförderlichen Aufwachsens von Kindern mit besonderen Bedürfnissen ist dementsprechend groß.

Dennoch werden junge Menschen mit Behinderungen trotz ihrem Bedürfnis nach konstanten Betreuungs- und Bezugspersonen selten in Pflegefamilien vermittelt, sondern insbesondere bei körperlicher oder geistiger Behinderung im Rahmen der Eingliederungshilfe (Sozialhilfe) in einer Heimeinrichtung untergebracht. Teilhabe am Leben in einer Familie wird ihnen somit verwehrt, Inklusion nicht umgesetzt.

Das Dialogforum Pflegekinderhilfe hat sich vor diesem Hintergrund der Frage angenommen, welche Qualifizierungen und Änderungen vonnöten sind, um Kindern mit Behinderungen einen Zugang zum Aufwachsen in Pflegefamilie möglichst verlässlich sicherstellen zu können – falls diese Hilfeform die für sie geeignetste ist.

Im Rahmen einer Arbeitsgruppe wurde festgehalten, dass es hierfür der nötigen rechtlichen Grundlagen und deren wirksamer Umsetzung, fachlich qualifizierter und gut ausgestatteter Dienste für die Arbeit mit der leiblichen und der Pflegefamilie, geeigneter, gut begleiteter und unterstützter Pflegefamilien sowie Kontinuität und angemessener allgemeiner und individueller Leistungen hinsichtlich Pflege, Erziehung, Teilhabe und Bildung für die jungen Menschen bedarf. Kontinuität und Klarheit müssen Leitprinzipien sein.

Um Lösungsansätze für eine inklusive Weiterentwicklung der Pflegekinderhilfe zu erarbeiten, werden mit dem folgenden Gutachten die Rechtsprobleme geschildert, denen sich die Pflegekinderhilfe für Kinder mit Behinderungen gegenüber sieht, um einen Überblick über die bestehenden Handlungsbedarfe zu bekommen. Soweit es um die inhaltliche Ausgestaltung der Hilfe geht, werden bestimmte Standards, die bereits im Rahmen anderer Gutachten im Auftrag des Dialogforums erarbeitet wurden, als fachliches Erfordernis nicht weiter hinterfragt. Mit dem vorliegenden Gutachten wird der Schwerpunkt ausdrücklich auf die bestehenden Rechtsfragen gelegt.

ISBN: 
978-3-947704-02-6
Einbandart: 
broschiert
Preis: 
10,00 €
Reihe: 
Broschüren und Expertisen
Auflage: 
1. Auflage
Erscheinungsjahr: 
2018
Seiten: 
75

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